Manche Einrichtungen behaupten zwar, sie hätten keine queeren Bewohner:innen – in Wahrheit bedeutet das oft nur: niemand traut sich, sich zu outen . Dabei ist das Bedürfnis nach Akzeptanz, Nähe und authentischem Leben bis ins hohe Alter präsent.
Besonderheiten bei trans und inter Personen**
Gerade trans* und inter* Personen stehen bei einer Demenz vor zusätzlichen Herausforderungen. Veränderungen der eigenen Körperwahrnehmung, Unsicherheit beim Ansprechen von Namen und Pronomen oder die Konfrontation mit nicht mehr erinnerbaren medizinischen Eingriffen können verunsichern und retraumatisieren . Hier braucht es besonders geschulte, sensible Pflegekräfte, die über geschlechtliche Vielfalt informiert sind und offen damit umgehen können .
Pflegeeinrichtungen: Noch viel Luft nach oben
Aktuell bieten nur rund drei Prozent der stationären Pflegeeinrichtungen in Deutschland spezifische Angebote für queere Senior:innen . In den meisten Einrichtungen fehlt es an Wissen, an Fortbildungen und an sensiblen Konzepten, die queere Lebensrealitäten berücksichtigen. Dabei könnte schon mit kleinen Maßnahmen viel erreicht werden: Regenbogensymbole, queere Literatur im Gemeinschaftsraum, Sensibilisierungstrainings für Mitarbeitende .
Ein gelungenes Beispiel ist das Berliner Projekt „Lebensort Vielfalt“ der Schwulenberatung Berlin. Hier leben queere Senior:innen generationsübergreifend zusammen, unterstützt von geschultem Fachpersonal .
Was konkret getan werden kann
Damit Pflegeeinrichtungen queersensibler werden, braucht es: